Kopfleiste-2017
Umbau eines gekoppelten Formsignals
für den Einsatz als Ausfahrsignal in einem E43 Stellwerksbezirk

Es soll ein gekoppeltes (Hp0 / Hp2) Formsignal zusammen mit einem Lichtsperrsignal am Mast als Ausfahrsignal aufgestellt werden, wie z. B. in Bremen Hbf ca. 1990 am Gleis 9/10 stand. Dazu benötigt man ein Formhauptsignal und ein hohes Lichtsperrsignal, hier von der Firma Viessmann 4501 und 4017.

Zusätzlich werden ein Messingwinkel 1x1,5x10mm, Kupferlackdraht, drei farbig isolierte Kupferlitzen 0,14mm² ca. 150mm (rot, schwarz, gelb), Litzenisolierung 0,14mm² in schwarz ca. 10mm, Platinenrest von 2x5 Löchern, Schrumpfschlauch 3mm + 5mm, Bündelband (Zwirn), Sekundenkleber Gel, sowie mattschwarze und grüne Farbe (Mastfarbe) benötigt

Für die Arbeiten werden folgende Werkzeuge benötigt:

  • Lötkolben mit feiner Lötspitze (15 Watt)
  • Skalpell mit gerade Klinge
  • Pinzette
  • Seitenschneider
  • Schlüsselfeile flach
  • Schlüsselfeile rund
  • Kleinbohrmaschine mit 0,5mm Bohrer
  • Schmirgelpapier 220
  • Feinen Pinsel
  • Tischschraubstock
Bild 1

 

Bild 1

Als erstes wird das Lichtsperrsignal (Ls) vorbereitet. Dazu wird mit dem Skalpell ganz vorsichtig der Deckel des Ls abgehebelt. Er ist mit einer abgesetzten umlaufenden Kante nach innen ausgestattet. Anschließend wird mit der Skalpellspitze die im Signal liegende Platine oben ganz leicht heraus gekippt, um sie mit den Fingern fassen zu können. Jetzt gibt es ein Problem. Die drei Drähte sind im Mast meist durch das Einsetzen des Mastschildes verklemmt / verklebt. Jetzt wird das Mastschild entfernt, es wird für den weiteren Umbau nicht mehr benötigt. Im nächsten Schritt nimmt man die kleine Platine zwischen Daumen und Zeigefinger und versucht mit leichtem Zug die Kabel aus dem Mast zu ziehen. Sollten sich die Drähte im Mast bewegen, können die Vorwiderstände und die Diode abgeschnitten werden. Ansonsten müssen die Drähte direkt an der Platine mit dem Skalpell durchtrennt werden. Jetzt kann der Signalkopf mit leichten Drehbewegungen vom Mast abgezogen werden. Mit dem Skalpell wird das Kunststoffteil entfernt, in das der Mast eingesteckt war. Achtung, beim Schneiden nicht zu stark drücken, da der Kunststoff am Signalboden sehr leicht ausbricht.

Auf der entnommenen Platine werden die drei Adern / Adenrreste abgelötet. Bitte schnelle Lötungen vornehmen, denn die SMD LEDs sind empfindlich.

Unbenannt

Jetzt werden drei Kupferlackdrähte (KLD) von ca. 150mm abgelängt und je auf einen der jetzt freien drei Lötflächen auf der Ls Platine angelötet, siehe Bild 3. Anschließend sind die Lackdrähte durch die untere Öffnung des Ls – Kopfes zu führen. Danach sollte eine Funktionsprobe gemacht werden. An die freien Enden der Kupferlackdrähte werden die Vorwiderstände und die Diode provisorisch angelötet.

!!ACHTUNG!!, die LEDs dürfen nur mit den entsprechenden Vorwiderständen / Dioden betrieben werden, ansonsten werden die LEDs zerstört!

Bild 3

Ist die Funktionsprobe erfolgreich verlaufen, wird der Ls Signaldeckel an den Kanten für die erneute Verklebung durch das Entfernen der alten Klebereste vorbereitet.

Jetzt wird die Platine vorsichtig in das Signalgehäuse eingedrückt. Anschließend wird der Kleberand des Deckels sparsam mit dem Sekundenkleber - Gel bestrichen und passgerecht im Signalgehäuse eingeklebt. Nachdem die Klebung erfolgt ist, werden die überstehenden Deckelränder mit der Schlüsselfeile an das Signalgehäuse bündig angepasst. Die drei Kupferlackdrähte werden durch die auf 10mm gekürzte Litzenisolierung gezogen. Die Isolierung wird bis an das Ls Gehäuse geschoben. Zum Schluss werden die Kupferlackdrähte noch schwarz eingefärbt. Des Weiteren kann das Ls Signal nun auch, siehe Bild 4, bezeichnet werden.

Somit ist der erste Schritt getan.

Sperrsignal1

 

Bild 4

Jetzt wird der Mast des Formsignales vorbereitet. Am Signalmast ist auf der Seite der Masttrittstufen in Höhe der siebten Trittstufe, der Farbanstrich zu entfernen. Die Farbe braucht nur im Bereich des aufzulötenden Messingwinkels mit dem Skalpell vorsichtig abgekratzt werden. Danach wird der Messingwinkel von ca. 10mm abgesägt, entgratet und die äußere Oberfläche blank geschmirgelt. Auf der 1,5mm Fläche des Winkels wird die Breite des Signalmastes, dünn verzinnt. Ggf. das Lötzinn mit der Feile bis auf eine dünne Schicht wieder abfeilen. Diese Prozedur wird auch an der freigekratzten Stelle des Signalmastes wiederholt. Jetzt wird die verzinnte Stelle des Winkels auf die verzinnte Stelle des Signalmastes rechtwinklig zum Mast gelegt und fixiert. Mit der Lötspitze, die auf die Innenseite des Winkels aufgelegt wird, erhitzt man die beiden verzinnten Stellen solange, bis das Zinn eine Verbindung eingeht. Das bemerkt man durch das leichte „Absinken“ des Winkels auf den Signalmast.

Bild 5
Bild 6

Bild 5

Bild 6

Die zugeführte Wärme ist ausreichend ohne die Farbe über-/unterhalb der Lötung zu beschädigen. Als nächstes wird ein 0,5mm Loch durch die quadratische Grundplatte des Signals gebohrt. Dazu ist der Bohrer ziemlich kurz in der Kleinbohrmaschine einzuspannen. Das Formsignal wird mit dem Spulenkörper waagerecht in den Tischschraubstock eingespannt, sodass die Signalseite nach oben zeigt. Jetzt wird das Loch an der Trennstelle der beiden Metallhalbschalen des Spulenkörpers durch die Grundplatte gebohrt. Der Bohrer ist leicht schräg zu halten, damit die Bohrung möglichst nahe am Signalmast endet. Das Loch ist mit dem Skalpell zu entgraten. Nun kann der angelötete Winkel und die abgekratzten Flächen mit grüner Mastfarbe gestrichen werden.

 

Zum Einziehen der Kupferlackdrähte vom vorbereiteten Ls Kopfes wird ein dünner stabiler Hilfsdraht in den Gittermast des Formsignales eingezogen, der an der Stelle unterhalb des angelöteten Winkels herausgezogen wird. Danach lötet man die drei KLD an den Hilfsdraht und zieht mit dessen Hilfe die KLD in den Gittermast ein. Anschließend werden die Lackdrähte durch das 0,5mm Loch geführt (Bild 7).

Bild 7

 

Bild 7

Bild 8

Jetzt wird wieder eine Drahtisolierung von 70mm Länge über die KLD gezogen. Die Isolierung ist bis unter die Signalgrundplatte zu schieben und mit zwei Klebestreifen, einer unterhalb der Grundplatte und einem kurz vor dem Ende des Spulenkörpers, in der Fuge der Metallhalbschalen, zu fixieren, siehe Bild  8.

Bild 8

 

Danach wird der Lichtsperrsignalkopf mittig und parallel zum Signalgittermast auf den Messingwinkel mit dem Sekundenkleber – Gel angeklebt. Der Abstand vom Signalmastblech bis zum Ls beträgt 3mm. Ist diese Arbeit gelungen kann man die KLD, die außerhalb des Gittermastes bis zum Loch verlaufen farblich mit der Mastfarbe behandeln. Anschließend werden an den Kupferlackdrahtenden  neue, mit farblicher Isolierung, Kupferlitzen angelötet. Die Lötungen sind versetzt, siehe Bild 10, auszuführen und danach mit einem Schrumpfschlauch zu isolieren. Am anderen Ende der  Kupferlitzen sind die Vorwiderstände und die Diode polungsrichtig anzulöten. Damit ist der Signalumbau abgeschlossen.

Bild 9

 

Bild 9

Wird das „neue“ Signal in die Grundplatte eingebaut, ist die Bohrung mit der runden Schlüsselfeile etwas auszuarbeiten, siehe Bild 11.

 
Bild 10
Bild 11

Des Weiteren habe ich an dieses Signal einen Stecker angebaut, damit es für Wartungs- und Reparaturzwecke leicht ausgebaut werden kann. Die folgenden Bilder brauchen nicht beschrieben werden.

Bild A
Bild B

Bild A

Bild B

Bild C
Bild D

Bild C

Bild D

Bild E
Bild F

Bild E

Bild F

Das Ergebnis des Umbaus

 
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Seitliche Ansicht

 Hp0 / Sh0  neu  (Hp0 / Hp0)

DSC04600
DSC04598

Hp2 / Ls dunkel

Hp0 / Sh1

Die Anschaltung der Signalbilder ist recht einfach, wenn der Umschaltkontakt des Hauptsignales nicht gebraucht wird. Das Hauptsignal wird nach der Anschaltung des Herstellers betrieben. Die Lichtsperrsignal Vorwiderstände werden entfernt und durch einen leistungsstärkeren Typ ersetzt, der aber in die Rückleitung hinter die Diode eingebaut wird. In der folgenden Zeichnung ist die Anschaltung des Lichtsperrsignales dargestellt.

Bild 12

 

 

©2010 S. Gatzka

 
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