Kopfleiste-2017
Grundgedanken zur Steuerung einer Modulanlage

Die MMV betreibt seit mehr als 20 Jahren eine Vielzahl von Modulen. Diese Module sollen nach unserer Spielphilosophie sowohl für den Zweileiter- und den Dreileiter - Betrieb geeignet sein, denn in unserer Vereinigung gibt es sowohl „Gleich-„ als auch „Wechselstromer“. Auf den regelmäßigen Spieletreffen wird dann wechselweise Zweileiter- bzw. Dreileiterbetrieb (2L / 3L Betrieb) gefahren.

Zur derzeitigen elektrotechnischen Ausrüstung der Module (siehe Datenblätter) sind nur acht der 16 Adern von der Buchse zum Stecker durchgeschaltet. Für die Spannungsversorgung der Streckenabschnitte zwischen den Bahnhöfen werden Trafostationen eingesetzt. Diese können an jedem beliebigen Modulübergang in die Ringleitung eingesteckt werden. Die Trafostationen bestehen zurzeit aus zwei Transformatoren der Firma märklin (6674), einem Schalter für das Umschalten zwischen 2L / 3L Betrieb, sowie je Trafo einem Brückengleichrichter, einem Schalter und zwei Leuchtdioden für die Umschaltung der Fahrtrichtung bei 2L Betrieb.

Grundgedanken Technik 1

 

Bild 1:  Transformatoren

 

Grundgedanken Technik 3aGrundgedanken Technik 3b

Bisher waren märklin1 Transformatoren der älteren Generation (blau) eingesetzt. Im Falle eines Kurzschlusses schalten diese erst sehr spät ab. Durch die zunehmende Digitalisierung und der damit gestiegene Empfindlichkeit der Fahrzeuge ist es nicht mehr vertretbar gewesen, diese Trafos zu betreiben. Daher erfolgte der Austausch der alten Trafos in märklin1Trafos (6674).     

Bild 2:  Transformatoren

 

 

Weiterhin besteht die Gefahr, beim 2L - Betrieb den märklin1 Trafo über die Nullstellung auf den Umschaltimpuls zu drehen. Das hat einen „Bocksprung“ des entsprechenden Triebfahrzeuges zur Folge, welches mit mechanischen Beschädigungen am rollenden Material enden kann. Dieses Problem soll in Zukunft auch gelöst werden.

Grundgedanken Technik 2

 

Bild 3:    Unfall

 

An unseren regelmäßigen Treffen sind in verschiedenen Diskussionensrunden viele technische Probleme erläutert worden. Daraus sind unterschiedliche Wünsche entstanden. Zur Blocksteuerung wurde der Wunsch nach einer einheitlichen, einfachen technischen Realisierung und für alle schon vorhandenen Steuerungen nutzbaren Variante geäußert. Auf mehreren Betriebsstellen sind bereits eigene unterschiedliche Zugsicherungen (Blockbetrieb) in Betrieb genommen worden, welche jedoch den flexiblen Einsatz der einzelnen Module einschränkt. Diese Module sind nur in einer bestimmten Reihenfolge zu nutzen.

Grundgedanken Technik 4

Nach intensiven Diskussionen hat sich der potenzialfreie Kontakt als Kompromiss zur weiteren Nutzung vorhandener Steuerungen, herausgestellt. So könnte jeder, der eine Betriebsstelle betreibt, mit seiner Steuerung weiterarbeiten und braucht nur die für den Blockbetrieb benötigten potenzialfreien Kontakte einzuschleifen, bzw. sich optische Anzeigen schaffen (LED), um die Signalisierung der Freigabe für die Abfahrt eines Zuges zur benachbarten Betriebsstelle anzuzeigen.

Bild 4:    Block

 

Auf den Spieletreffen wurde festgestellt, dass in den Fahrplänen, die dafür erstellt wurden, vermehrt geschobene Züge zum Einsatz kommen. Diese Züge verursachen erhebliche Störungen im Betriebsablauf, denn der Fahrstrom wird in der Regel nicht an der Spitze des Zuges abgenommen. Das bedeutet bei einem haltzeigenden Einfahrsignal, dass ein Triebfahrzeug ohne besonderes Zutun den gesamten Zug bis in den Bahnhof schiebt. Der Zug kommt erst zum Stehen, wenn das Triebfahrzeug in den Halteabschnitt des Einfahrsignals eingefahren ist. Es muss also jede Trafostation durch einen Mitspieler bedient werden, der die Fahrspannung herunter regelt, bzw. wenn das Signal auf Fahrt gestellt wird wieder hoch regelt. Dadurch ist der Zugbetrieb sehr personalintensiv. Hier suchen wir nach einer geeigneten Lösung zur Vereinfachung.

Durch die vielen digitalen Lokomotiven der Mitglieder, besteht vermehrt der Wunsch bei einem Spieletreffen auch in der Betriebsart „Digital“ zu fahren. Leider ist das nicht so einfach möglich, denn einige Decoder reagieren nicht, wenn sie mit einer analogen Spannung versorgt werden. Da die oben beschriebene Trafostationen nur mit analoger Spannungsversorgung ausgerüstet sind, schränkt es den digitalen Spielbetrieb stark ein. Darüber hinaus muss an einigen Betriebsstellen zusätzlich eine „fliegende“ Verdrahtung für den Digitalbetrieb hergestellt werden. Da unsere Spieletreffen in der Regel jedoch nur drei Tage dauern, und bei abgezogener Auf- und Abbauzeit nur eineinhalb Tage zum Spielen verbleiben, sind solche „Komplikationen“ nicht wirklich spielfördernd.

Grundgedanken Technik 5

 

Bild 5:  Trafostation

Angeregt durch die oben beschriebene Wünsche und Probleme habe ich folgende Vorschläge zur Abhilfe unterbreitet.

Einbau von möglichen Streckengruppen

  • Verwendung von Betriebsartenumschalter (Trafoumschalter) manuell, Betriebsstellen / Betriebsartenumschalter (Trafoumschalter) manuell, Trafostationen
  • Einsatz von Gleisfreimeldebaugruppen und Signalbaugruppen

Als Voraussetzung für den wechselweisen 2L / 3L Betrieb mit den oben genannten Baugruppen gilt eine komplette Trennung der rechten Schiene, der linken Schiene und des Mittelleiters vom Nord- und Südgleis. Das heißt, dass von dem Trafoumschalter vier Adern je Gleis (Nord /Süd) zum Modul geführt werden müssen. In Fahrtrichtung gesehen sind das, die rechte Schiene, die linke Schiene, der Mittelleiter und eine Steuerader, wenn die Gleisfreimeldung benutzt wird. In einer Betriebsstelle ist für jeden Bereich (Nord / Süd / Rangier), der mit einem eigenen Trafo ausgestattet werden soll, diese oben genannte Trennung erforderlich. Das bedeutet einen höheren Verdrahtungsaufwand.

Grundgedanken Technik 6

Diesen Vorschlägen soll testweise gefolgt werden, da die Baugruppen in ihrer Gesamtheit noch nicht erprobt sind.  Zunächst wird das Funktionsmodul Ostende (zweigleisige Wendeschleife, mit vier zusätzlichen Abstellgleisen) technisch komplett umgebaut. Der Trafoumschalter für die Betriebstellen Nordgleis / Südgleis ist für dieses Modul bereits fertig gestellt und wird dort probeweise eingesetzt. Von den Gleisfreimeldebaugruppen sollen im Modul Ostende ebenfalls zwei eingesetzt werden. Da dieses Modul nur mit dem dazu gehörigen Vorsatzmodul betrieben werden kann, kommt auf dem Vorsatzmodul auch eine Gleisfreimeldebaugruppe zum Einsatz. Bis zum nächsten Spieletreffen wird es leider nicht fertig gestellt werden können. Somit muss die Erprobung auf das übernächste Treffen verschoben werden.

Bild 6:   Funktionsmodul Ostende

 

 

Die Beschreibung der o. g. fünf vorgestellten Baugruppen werde ich in der nächsten Zeit hier zur Verfügung stellen.

Stefan Gatzka 03/09