Kopfleiste-2017
Bau des Indusimodul West: Teil 2
Landschaftsbau einer Autobahnüberquerung der Bahnstrecke

Im zweiten Teil des Bauberichtes über das Indusimodul West geht es um die Landschaftsbegrünung, das Einschottern der Gleise, den Oberleitungs- sowie den Autobahnbau.

Landschaftsbegrünung:

Zunächst streute ich feinen hellen Sand, anschließend braunen und zum Schluss dunklen Sand auf den Treckerweg. Danach wurde mit Hilfe eines alten Treckers der Weg mit Fahrspuren versehen. Zum Streuen des Grases verwendete ich die feinen Flocken in den unterschiedlichsten Farbtönen des bei Noch erhältlichen ehemaligen Woodland-Sortiments. Ich beginne immer mit Erdfarben, dann etwas hellere Farben, spare nicht mit den in unserer Norm festgelegtem T45 und beende dezent das Bestreuen mit den dunklen Material T46. Um beim anschließenden Beträufeln mit Tiefgrund hässliche Krater zu vermeiden und um kleines Gestrüpp darzustellen, verwende ich an bestimmten Stellen grobes Flockenmaterial, welches ich mir aus verschiedenen Farbtönen zusammenmische. Nun beträufele ich erst die Stellen mit den groben Flocken bis der Tiefgrund von den umliegenden Flocken aufgesaugt wurde. Jetzt helfe ich an den feuchten Stellen nach bis der gesamte Landschaftsabschnitt inklusive Treckerweg feucht ist. In diesem Zustand lassen sich noch besser Spuren ziehen. (Bild 23 bis 25)

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Bild 23. Landschaftsbegrünung mit ex. Woodland

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Bild 24. Landschaftsbegrünung mit roten und gelben Blüten aus gefärbten Sägespänen

Bild 25. Modul komplett begrünt, inklusive Autobahn-Grünstreifen

Damit Personen nicht auf den Gleisen laufen, wurden beim Vorbild auf der Strecke Bremen-Bremerhaven einzelne Metallzaun-Elemente aufgestellt. Diese bog ich mir aus 0,5mm starkem Oberleitungsdraht, lackierte sie und klebte sie in die gebohrten Löcher. Leider war es mir nicht möglich, in der Nähe der Pfeiler zu bohren, da auch die kleine Proxxon-Bohrmaschine irgendwann zu breit ist. (Bild 25 bis 27)

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Bild 26. Zaunelemente zwischen dem Weg und den Gleisen

 

Bild 27. Zaunelemente zwischen Weg und Gleis im Detail

Schottern:

Als Schotter verwendete ich ASOA „Gneisschotter“ 1711, den ich mir mal in großen Mengen zusenden ließ. Vor dem Schottern überprüfte ich alle Lichtschranken und schaltete alles ab. Es kam bei mir schon einmal zu Fehlfunktionen, weil der flüssige Tiefgrund Strom leitete. Zum Schottern baute ich mir aus Pappe einen kleinen Behälter mit kleiner Auskippöffnung, die das Dosieren erleichtert. Nachdem der Schotter liegt, verteile ich ihn mit einem großen weichen Pinsel, um eine relativ gleichmäßige Oberfläche zu bekommen. Anschließend fege ich alle Schottersteine mit einem kleinen Pinsel von den Schwellen. Wichtig ist hierbei, dass keine Schottersteine an den Innenseiten der Schienen liegen bleiben, da sonst die Spurkränze angehoben werden können und der Zug über das Modul poltert. Liegen alle Schottersteine „richtig“, überprüfte ich ein letztes mal alle Lichtschranken. Funktioniert alles, wird die Spannung ausgeschaltet und der Schotter mit Tiefgrund gut beträufelt, sodass er gut getränkt ist. Im Bereich der Achszähler ist wieder äußerste Vorsicht geboten, ein Tropfen Tiefgrund an der falschen Stelle und das Malheur ist groß. (Bild 28 bis 30)

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Bild 28. Fertig geschottertes Modul in Gesamtansicht

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Bild 29. Achszähler aus Gabellichtschranken ragen aus dem Schotter

 

Bild 30. Nach dem Schottern, fallen die Masterdungen an den Schienen kaum noch auf

Oberleitung:

Die Fahrleitung besteht aus einem Hängeseil und dem Fahrdraht. Im abgesenkten Bereich ist der Abstand zwischen Hängeseil und Fahrdraht aus Platzgründen sehr knapp, sodass ich den Fahrdraht zwischen den Masten unterhalb der Brücke selbst löten musste. (Bild 31) Hierfür zeichnete ich mir am PC die Fahrleitung auf, druckte sie aus, um sie dann auf ein Brett zu kleben. Mit Folie überzogen ist es nun ein Leichtes, den Draht mit Tesafilm zu fixieren und zu löten. Die fertig gelötete Fahrleitung wurde dann in den Auslegern eingehängt und so verlötet, dass von außen die Fahrdrähte zum Nachbarmodul problemlos einzuhängen sind. Die Übergangsdrähte lötete ich genau wie die vorige Fahrleitung selbst. (Bild 32)

Mit der alten E111 überprüfte ich die Funktion der Fahrleitung. (Bild 33)

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Bild 33. Eingehängte Drähte als Übergang von Normalhöhe zur Absenkung

Autobahn:

An jeder Brücke, die über die Fahrleitung führt, sieht man den meist mit Schildern „Vorsicht Hochspannung“ gekennzeichneten „Pinkelschutz“. Es soll wohl mal vorgekommen sein, dass sich jemand auf die Kante setzte und seine Beine in Richtung Fahrleitung baumeln ließ, was man wohl nur dann überlebt, wenn der Strom in der Kniekehle wieder austritt und nicht durch den ganzen Körper geht. Diesen Schutz realisierte ich, wie so einiges, aus Polystyrol und klebte ihn mit normalem Plastikkleber mit Hilfe von Haarclipsen an die Brücke. (Bild 34 und 35)

 

 

 

 

 

 

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Bild 34. Der „Pinkelschutz“ wird geklebt

 

Bild 35. Die Fahrbahnplatten können weiter gefertigt werden

Jetzt werden Kunststoffstreifen im Bereich der Fugen auf die Autobahntrasse geklebt und anschließend schwarz lackiert. (Bild 36 und 38)

 

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Bild 36. Vorbereitung für die Fahrbahnplatten

 

Bild 38. Unterfütterung der Fahrbahnplatten mit schwarz lackierten Kunstoffstreifen

Die Erdungen an den Kanten der Brücke fertigte ich aus einem flachen Messingprofil, das mit einem zurechtgebogenen Draht verlötet wird, der dann, wie beim Vorbild, Moniereisen, „Pinkelschutz“ und Geländer verbindet und erdet. Bei 15000 Volt können bei fehlenden Erdungen hohe Spannungen induziert werden, die dann beim Berühren tödlich enden können. Nach dem Lackieren und Altern mit schwarzer Farbe, klebte ich ihn mit Zweikomponentenkleber auf die zuvor lackierte Brücke. (Bild 37)

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Bild 37. Erdungen an den Kanten der Brücke sind ein Muss

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Bei Autobahnbrücken wird, wegen der besseren Griffigkeit zur Fahrbahn, rauer Teer statt Beton eingesetzt, zumal es auf Brücken schneller zur Frostbildung kommt. Diese haben meist einen Blauschimmer. Diesen Farbton mischte ich mir und malte die zuvor genau zurechtgeschnittenen Platten an und alterte sie anschließend. (Bild 39)

Bild 39. Fahrbahnplatten mit selbst gemischter Farbe lackiert und gealtert

 

 

Die Platten klebte ich dann mit reichlich Plastikkleber auf und beschwerte sie mit Getränkeflaschen. Das Ganze musste nun 24 Stunden so ruhen, denn auch Plastikkleber braucht seine Zeit zum Durchhärten. (Bild 40)

Fahrbahnmarkierungen von Faller befand ich für meine Zwecke am Gebräuchlichsten. Früher war Busch um Längen besser, aber die haben das Fertigungsverfahren geändert, sodass die Linien besser an der Trägerfolie haften, als auf der Fahrbahn.

Beim Aufreiben ist darauf zu achten, dass keine anderen Zeichen versehentlich auf der Fahrbahn verbleiben. Ich schnitt mir die Linien vorher so aus, dass sie noch gut handzuhaben waren und legte mir dann das mitgelieferte Pergamentpapier unter die Symbole, die auf der Trägerfolie bleiben sollen. Die Linienlänge errechnete ich aus Ausdrucken von Google Earth und schnitt sie vorher zu. Die breite Linie am rechten Fahrbahnrand, die in vorbildlicher Breite, leider bei keinem Hersteller zu bekommen ist, wurde aus 2 nebeneinander aufgeriebenen Linien realisiert. (Bild 41 und 44)

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Bild 40. Keine Werbung sondern Beschwerung, damit alle Fahrbahnplatten gut kleben

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Bild 41. Fahrbahnmarkierungen gehen schnell zur Neige…

 

Bild 44. Hier reist Gepäck und ein Hund mit

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Leider gibt es noch keine super filigranen Leitplanken. Hierfür wären Formen nicht schlecht, mit denen man Leitplanken aus 0,1mm starkem Messingblech tiefziehen könnte um sie anschließend zu verlöten. Da ich diesen Aufwand nicht betreiben wollte, entschied ich mich für Leitplanken der Firma NOCH, die zumindest auf der Rückseite nicht platt sind. Diese müssen dann aus 10 cm  Stücken zu langen Streifen geklebt werden. Zunächst lackierte ich sie einzeln, was sich dann aber nicht richtig verkleben ließ. Also wieder zum Fachhandel und Nachschub besorgen, um sie im Rohzustand zu verkleben. Danach stimmte ich sie auf  die Brückenlänge ab. (Bild 42)

Bild 42. Fahrbahnmarkierungen vollendet. Leitplanken werden angepasst

 

 

Begrenzungspfähle befinden sich auf Autobahnen nur rechts, wie ich erstaunt auf diversen Autobahnbildern im Internet feststellte. An der Mittelleitplanke befinden sich keine. Sie stehen nicht hinter den Leitplanken, wie oft vermutet, sondern sind mit einem Blech an der Oberkante der Leitplanke befestigt. Das musste auch im Modell realisiert werden. Die bei den Leitplanken mitgelieferten Begrenzungspfähle sind zwar nicht die Besten, lassen sich aber relativ leicht bemalen. Mit Hilfe eines dünnen Strip klebte ich den abgeschnittenen Pfahl an die Leitplanke. (Bild 45)

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Bild 45. Begrenzungspfähle an der Leitplanke befestigt

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Irgendwann bekam ich Lust PKW und einen LKW von Herpa auseinander zu nehmen, um sie mit Fahrern und Mitreisenden zu versehen. Was beim LKW problemlos ging, entpuppte sich beim PKW zu einem Problem. Die Preiser-Figuren waren für die kleinen Autos einfach zu groß. Also fräste ich an den Personen, wo es nur ging. Trotzdem war das Autodach nicht richtig aufzuklipsen. Lediglich das Ausfräsen des Fenstereinsatzes im Dachbereich, führte zum Erfolg.

Der LKW-Auflieger sollte einen hier, wie Sand am Meer vorkommenden, Container-Auflieger mit „Hamburg-Süd“, „Maersk“ oder „Nedlloyd“ zeigen. Der Fachhändler bot mir „Maersk“ an und wir fanden einen Auflieger ohne Container und eine einzelne Zugmaschine. Nur leider hatte der Container von Electrotren unten Nasen, wo keine hingehören. Der Auflieger hatte korrekter Weise auch Nasen, also abflexen und Löcher bohren. Leider war der Container für den Auflieger zu kurz oder der Auflieger zu lang. Folglich konnten nur 2 Löcher genutzt werden. Weiter vorn klebte ich alles mit 2-Komponentenkleber fest. Der Auflieger wurde vorher lackiert, da er ganz wie Plastik aussah. (Bild 42 und 43)

Bild 43. Reisende in den PKW´s und LKW´s dürfen nicht fehlen

 

 

Die Leitplanken wurden komplett mit Humbrolfarben lackiert und alle 2,5 cm wurden Löcher in den Fahrbahnrand gebohrt. Nun klebte ich die Leitplanke ein. (Bild 46, 47 und 52)

Den Zaun klebte ich aus 0,5 x 0,5 mm Profilen auf einer dafür ausgedruckten PC-Zeichnung einzeln zusammen. (Bild 48 und 49) Anschließend wurde er grün lackiert und auf  den Brückenrand aufgeklebt, in der Hoffnung, dass er da lange bleibt…

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Bild 46. Die Leitplanken sind fertig lackiert

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Bild 47. Leitplanke montiert

 

Bild 52. Löcher für Zaun und Leitplankenbefestigung

 

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Bild 48. Zaun aus 0,5mm dicken Quadraht-strips

 

Bild 49. Zaun wird nach ausgedruckter Zeichnung einzeln gefertigt

Schilder „Achtung Hochspannung – Lebensgefahr“ fotografierte ich an der Strecke Bremen-Burg nach Bremen-Vegesack. Die dort von der Bremer Heerstraße überquert wird und zeichnete sie am PC nach, druckte sie aus und klebte sie auf 0,1 mm dickes, lackiertes und ausgeschnittenes Messingblech. Diese klebte ich mit Zweikomponentenkleber auf. (Bild 50 und 53) Nun kommt der sogenannte letzte Schliff mit Künstlerkreide. Diese brachte ich in Pulverform und weichem Pinsel auf die entsprechenden Stellen um Verschmutzungen darzustellen.

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Bild 50. Schilder „Achtung Hochspannung“

 

Bild 53. Fertigung des Hochspannungsschildes aus 0,1mm starkem Messingblech

 

 

Mit den nun folgenden Bildern des fertigen Indusimodul-West möchte ich diesen Bericht abschließen. Viele Wochen der Arbeit sind vergangen und nun wartet das Modul im Sommer auf seinen ersten großen Praxiseinsatz.

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Bild 51. Das Indusimodul-West in Vollendung

 

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Bild 57 Es ist vollbracht, die Züge können jetzt rollen.

 

© 2011 Heinz Weißig

 

 

Dieser Baubericht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und es wird keine Haftung für evtl. durch den Nachbau nach diesem Bericht  entstandene Schäden übernommen. Dieser Bericht und alle darin enthaltenen Fotos dürfen nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden. Auch eine Weiterveröffentlichung auf privaten Internetseiten ist ohne meine ausdrückliche Zustimmung untersagt. Bei den verwendeten Firmennamen handelt es sich um eingetragene Warenzeichen.