Kopfleiste-2017

 

 

 

Grundsätzliches zu den neuen Modulen

 

 

 

Module werden in unserer Modellbahnvereinigung bereits seit über 25 Jahren gebaut. Mein eigener, inzwischen 18 Jahre alter Durchgangsbahnhof, der im Laufe der Jahre immer mal wieder umgebaut und erweitert wurde, entspricht auch nicht mehr meinen heutigen Erwartungen. Optisch und technisch hat sich in den vergangenen Jahren einiges verändert. Unweigerlich kommt dann irgendwann der Zeitpunkt, an dem man diese neuen Erkenntnisse und Ansprüche in den vorhandenen Modulen nicht mehr  umsetzen kann und nach Lösungen sucht.

Es stand also entweder eine aufwändige technische und optische Überholung des in die Jahre gekommenen Bahnhofs an oder aber der komplette Neubau von Modulen, bei denen alle neuen Erkenntnisse und Vorstellungen verwirklicht werden können. Nach einigen Überlegungen entschied ich mich für ein komplett neues Projekt. Mit zwei weiteren Kollegen aus dem Verein kamen schnell diverse Ideen zusammen, die wir nun in den nächsten Jahren umsetzen wollen.

In einem Teil der Berichte sollen  allgemeine Abhandlungen über die einzelnen Baufortschritte der neuen Segmente erfolgen. In einem weiteren Teil werden einzelne Projekte detailliert vom Anfang bis zum Ende beschrieben. Es wird sich aber nicht um reine Bauanleitungen handeln, weil es davon bereits genügend gibt. Wir wollen auch nicht mit den Berichten von Großanlagen oder der liebevollen Bemalung und Superung eines Grashalmes im Maßstab 1:87 in den Zeitschriften  konkurrieren. Vielmehr soll die Entstehungsgeschichte unserer neuen Module erzählt werden. Der eine oder andere Leser findet vielleicht auch Anregungen für die eigene Anlage.

Was soll nun im Gegensatz zur Vergangenheit anders werden? Zuerst erstellten wir ein Pflichtenheft, in dem die zu erfüllenden Bedingungen festgehalten wurden. Dazu zählen z.B.:

 

  • Module sollen nur noch eine bestimmte Größe von 100 x 60 cm haben. Das trägt erstens zur Gewichtsreduzierung bei und der Transport kann durch absolut gleiche Packgrößen ebenfalls einfacher gestaltet werden.
  • Gebaut wird eine eingleisige, elektrifizierte Strecke, welche vom Zeitpunkt her ab den 70er Jahren angesiedelt sein wird. Somit halten wir uns die Vielfalt bei den einsetzbaren Fahrzeugen offen. Sowohl die 38 mit Umbauwagen als auch die 103 mit InterRegio können eingesetzt werden, ohne dass “es in den Augen beißt”.
  • Landschaftlich sollen die Module in Norddeutschland angesiedelt sein. So ist der Rahmen für die landschaftliche Gestaltung vorgegeben, die allerdings keinen konkreten Vorbildsituationen folgt und somit rein auf fiktiven Begebenheiten basiert.
  • Bauthemen werden auf einzelnen Modulen oder auf mehreren, zu Segmenten zusammengestellten Modulen umgesetzt. Dadurch soll verhindert werden, dass die einzelnen Themen zu sehr eingeengt werden. Der Betrachter soll dadurch den Eindruck erhalten, als ob er sich durch die Landschaft bewegt, die nicht an der Modulgrenze aufhört.
  • Die Technik darf auch nicht zu kurz kommen. Hier ist der konsequente Einsatz der Digitaltechnik vorgesehen. Ziel ist es, dass wir uns alle Möglichkeiten offen halten wollen. Der Kollege Computer soll die Überwachung übernehmen, aber den manuellen Fahrbetrieb unter allen Umständen ermöglichen. Selbst die Weichen sollen bei Bedarf  vor Ort am Modul geschaltet werden können. Das Fahren von „Hand“ soll, wie bisher auch an vorderster Stelle stehen.
  • Mit einem Abzweigmodul aus unserer 2-gleisigen MMV-Strecke wird bei Gleichstromtreffen der Anschluss zu den anderen Modulen sichergestellt.

 

Nachdem die wichtigsten Vorgaben nun geklärt waren ging es an die Entscheidungen, welches Material  verwendet werden soll.

 

  • Die Modulkästen werden aus 9 mm Multiplexplatten gebaut. Für den Grundaufbau der Landschaft kommen Styrodurplatten zur Anwendung, welche sich, im Gegensatz zu Styropor erheblich besser verarbeiten lassen.
  • Die elektrische Verbindung an den Modulübergängen erfolgt über 25-polige Sub-D Stecker und Buchsen.
  • Als  Gleis- und Weichenmaterial fiel die Entscheidung auf die Produkte aus dem Hause Tillig, wobei aber ein Wechsel zum Gleis der Firma Weinert in der nächsten Zeit sehr wahrscheinlich ist.
  • Die Oberleitung kommt von der Firma Sommerfeldt. Die Streckenmasten wurden vor einigen Jahren optisch erheblich aufgewertet und haben dennoch nichts von ihrer Stabilität verloren, was für den Modulbau sehr wichtig ist.
  • Die Antriebe der Weichen von Tillig und umgebauten Signale von Viessmann werden mit Servos und den entsprechenden Decodern realisiert.
  • Beim Gleisschotter haben wir uns nach einigen Überlegungen für den von Koemo entschieden. Er wirkt nach unserer Meinung sehr realistisch und lässt sich auch recht gut verarbeiten.
  • Beim Landschaftsbau kommen Grasfasern verschiedenster Arten und Hersteller zum Einsatz. An den Modulübergängen sorgt eine festgelegte Fasermischung für einen harmonischen Übergang.
  • Beim Gebäudebau sind Lasercut-, Resin- und Gipsbausätze angesagt. Diese Art von Konstruktionen eröffnen völlig neue Dimensionen, was Optik und Detailierung angeht.

 

Jetzt, wo die wichtigsten Eckpunkte festgelegt waren, konnte es so langsam an die Umsetzung unseres neuen Projektes gehen.

Welche Modulthemen sollen aber als erstes umgesetzt werden? Diese Frage ist nicht so leicht zu beantworten. Auf der einen Seite wollen wir unser neues Konzept umsetzen und andererseits soll auch der Übergang in Form eines Gleisabzweiges aus unseren Nordmodulen möglich sein. Auch die Planungsmöglichkeiten für die diversen verschiedenen Aufbauvarianten  müssen berücksichtigt werden. Unser eingleisiger Abzweig muss schließlich planerisch zum Nordmodulaufbau passen. Ganz oben auf der Liste steht der Abzweig aus dem Nordmodul-System, eine variable 180° Grad Kurve und ein kleiner Ausweichbahnhof. Nach einigen Überlegungen entschlossen wir uns, als erstes zum Bau der Kurve, welche aus fünf Modulen besteht. Anschließend folgt ein Haltepunkt mit einem Ausweichgleis sowie drei kleinen Abstellgleisen. Nach Abschluss dieser Bautätigkeiten wird der eingleisige Abzweig aus der Nordmodulstrecke folgen.

Der Bau von weiteren Modulen soll dann in den nächsten Jahren folgen, denn wie sagt man so schön:

Eine Modellbahnanlage ist nie fertig, denn wäre sie es, so könnte man mit dem Hobby auch aufhören. Das wollen wir aber mit Sicherheit nicht.

In diesem Sinne viel Spaß bei unserem gemeinsamen Hobby.

 

J.Kühlinger 01.2013