Kopfleiste-2017

Nachdem die 141 fertiggestellt war, stand ganz schnell fest, dass weitere Loks folgen sollen. Die nächste Kandidatin ist eine 140. Da Roco auch bei den Exklusiv-140ern konsequent alles meidet, was nach ozeanblau/beige, orientrot oder gar verkehrsrot aussieht, gibt es auch auf 140er-Gebiet ein großes Betätigungsfeld. Analog zur 141 gibt es nur Varianten in grün mit silbernem Dach und allerlei Accessoires, die dem Ablieferungszustand des Vorbildes entsprechen. Das Roco-Modell präsentiert sich also wie auf dem ersten Bild zu sehen.

Auch die 140 sollte im Zustand um 1989 dargestellt werden und somit fiel die Wahl fast zwangsläufig auf eine ozeanblau/beige Lok. Nach dem Studium diverser Bilder wurde 140 612-3 auserwählt. Glücklicherweise hatte ich Bilder von allen Seiten der Lok gefunden, was für einen detailgenauen Nachbau nötig ist, denn 140er besaßen des Öfteren unterschiedlich ausgestattete Stirnseiten. 140 612 ist rundum identisch ausgestattet gewesen, heißt: Standardpufferbohle, Klatte-Seitenfenster (und Lüfter) und Doppellampen. Nachdem die diversen Ersatzteile und das Basismodell beschafft waren, konnte es losgehen.

vorher

Das Lokgehäuse wird natürlich in sämtliche Einzelteile zerlegt, am Fahrwerk reicht es, die Drehgestellblenden und den Unterbau mit der Kühlschlange zum lackieren abzubauen. Folgende Teile wandern in die Bastelkiste: Lüftergitter, Maschinenraumfenster, der silberne Fronttritt zwischen den Lampen, die Umlaufgriffstange der Front und der NEM-Kupplungsschacht an Führerstand 1. Die silbernen Ecktrittstufen neben den Lampen werden, so wie sie sind, mit viel Klebstoff eingeklebt (ggf. zusätzlich von hinten verkleben). Die Regenrinne zwischen silbernem Dach und dem grün des Lokkastens wird rundum mit einem Messer abgeschnitten und die Schnittkante danach mit 600er Nassschleifpapier absolut plan geschliffen. Werden kleinste Absätze in der Dachrundung nicht verschliffen, wird man spätestens nach dem ersten Lackiergang (beige) wieder zum Schleifpapier greifen...

Das Gleiche gilt für die Zuleitungen der Stromabnehmersenkantriebe, sie werden in freistehender Ausführung neu gebaut. Die Kunststoffhalterungen für das Maschinenraumfenster werden in selbigem ebenfalls restlos entfernt.

front

Die zuvor eingeklebten silbernen Tritte an der Front werden mit einem Messer vorsichtig soweit abgeschnitten, dass sie mit dem unteren schwarzen Gehäusevorsprung bündig abschließen. Dieses Loch zu verspachteln wäre sehr aufwändig und ob es dann zu einem guten Ergebnis führt, ist auch fraglich. Ums Spachteln kommt man allerdings nicht herum: Löcher der Umlaufgriffstange, der Schlitz zwischen den Frontlampen und die eckigen Einstecklöcher für die Bremsschläuche wollen zugespachtelt und verschliffen werden. Nicht das Loch für den Kupplungshaken verschließen, das gehört wirklich dorthin, wo Roco es platziert hat. Für die Frontgriffstangen (gebogen aus 0,4mm Silberdraht) und UIC-Steckdosen (Roco-Ersatzteil) werden Löcher nach Vorbildfoto gebohrt.

Für die Leitung der Stromabnehmersenkantriebe gilt das Gleiche, wie für die 141 (Beschreibung im Umbaubericht von 141 081-0). Die Leitung ist aber im Gegensatz zur 141 auf der gegenüberliegenden Lokseite angebracht. Also einfach da nachbauen, wo man vorher die Attrappe abgeschliffen hat… Auf dem Dach sind dann keine weiteren Arbeiten nötig (abgesehen vom Lackieren).

dach

Auch an den Lokseiten wird es nicht allzu kompliziert: Die neuen Lüftergitter lassen sich wieder einfach in die alten Halterungen klippsen (nach dem Lackieren) und evtl. vorhandene Formtrennkanten werden verschliffen. Das Seitenfenster wird aus 0,4mm dünnem, klarem Kunststoff zurechtgeschnitten. Als Maße kann man einfach die der Lüftergitter verwenden. Der silberne Rahmen wird auflackiert. Dazu wird das Fenster auf einen Streifen Tesafilm geklebt, damit die Rückseite vor Farbnebel geschützt wird. Für die Vorderseite wird ein Rechteck aus Tesa geschnitten, welches dann von vorne auf den nicht zu lackierenden Bereich geklebt wird. Lackiert wird mit der Airbrush und in Aluminiumsilber. Tesafilm abziehen und schon ist das Maschinenraumfenster fertig.

An der Pufferbohle (besser: darunter) werden aus Kunststoffprofilen kleine Klötze mit entsprechend großen Löchern zur Aufnahme der Weinert-Bremsschläuche angebracht. Die Lage der einzelnen Teile zeigen Vorbildfotos einer 140er (ohne Verschleißpufferbohle). Der UIC-Puffertritt ist bereits am Basismodell vorhanden.

Das E-Kabel neben dem rechten Puffer muss versetzt werden. Das passende Loch wird neben der Pufferbohle gebohrt, je nach Vorbildlok. Auch hier gibt es mehrere Varianten. Das Roco-Kunststoffteil muss wie folgt bearbeitet werden: Das Kabel wird sauber abgeschnitten, da es sich nicht ohne weiteres in die neue Form biegen lässt. In das Teil, was übrig geblieben ist, wird von unten mit einem 0,3mm- Bohrer ein Loch gebohrt (Achtung: Pfriemelei). In das Loch wird mit Sekundenkleber ein passender Draht eingeklebt. Dieser wird nach Vorbildfotos in die entsprechende Lage gebogen. Das Ende wird in einen, unter dem rechten Puffer, angeklebten kleinen Kunststoffklotz (2x2x2mm, Loch 0,3mm) eingeklebt.

seite

Sind alle Arbeiten gemacht, geht es ans Lackieren: Am einfachsten ist es, wenn man den gesamten Lokkasten zuerst in elfenbein (RAL1014) lackiert. Dann kann man später mit zurechtgeschnittenem Abklebeband den Zierstreifen abdecken und hat nach der Lackierung von ozeanblau gleich einen perfekten beigefarbenen Zierstreifen. Das Dach wird in umbragrau und die Fahrwerksteile sowie die Pufferbohle in graubraun gespritzt. Kühlschlange und Lüftergitter werden in Aluminiumsilber lackiert (z.B. von Revell). Vor dem Beschriften wird das Gehäuse mit Hochglanzklarlack überzogen. Den Komplettbeschriftungssatz hat mir Andreas Nothaft (Link unten) angefertigt. Abschließend eine Lackierung mit seidenmattem Klarlack und das Gehäuse ist fertig.

Zum Zusammenbau und besonders zum Einbau des Maschinenraumfensters: Es ist hilfreich erst sämtliche Lüftergitter einzubauen, damit man das Seitenfenster in der richtigen Position und Höhe aufkleben kann. Da das Fenster nur einen kleinen Rahmen hat, muss der Klebstoff (hier: matter Klarlack, auf keinen Fall Plastikkleber oder gar Sekundenkleber!!!) mit einem Pinsel von hinten auf die Rahmenflächen aufgetragen werden (nicht zu viel) und das Fenster vorsichtig aufgeklebt werden. Überhaupt ist es empfehlenswert, beim Zusammenbau des Gehäuses nur Klarlack zu verwenden, da er unsichtbar wegtrocknet und auch keine hellen Schleier wie Sekundenkleber hinterlässt.

fertig

…und der Vorher-Nachher-Vergleich

vorher-nachher

Fertig ist die 140, kein Exot, sondern einfach nur das, was jahrelang (meist ungewaschen) durch die Gegend gefahren ist. Steigern kann man das ganze aber auch noch: 140er mit hohen Nummern haben vorgesetzte Verschleißpufferbohlen erhalten (Alte Pufferbohle abschneiden, Gehäuse an der Stelle aussparen, neue zurückversetzte Aufnahme für die Pufferbohle bauen, wahlweise mit runden oder eckigen Puffern…).  Diverse 140er haben in ihrer verkehrsroten Zeit auch Einholmstromabnehmer (Typ DSA200) erhalten. Dafür entfällt dann der Senkantrieb samt Leitung, was im Modell ja ein zusätzliches Feld in Sachen Detaillierungswahn darstellt, ist also nicht so schön, oder vielleicht doch? Mal sehen, was noch so kommt…

güterzug

Nützliche Links:

Andreas Nothaft - (Komplettbeschriftungssatz)

Railfaneurope - BR 140

Teileliste der für den Umbau benötigten Teile:

Roco:

  1x   43388 BR 140, grün

12x 114646 Klatte-Lüfter

  2x 114645 UIC-Trittstufen

  2x 114644 UIC-Steckdosen

 

Hersteller egal:

Hochglanzklarlack

Modellbauspachtelmasse

Komplettbeschriftungssatz

Silberdraht 0,4mm

Polystyrolprofile (Evergreen, Plastruct,…)

Stabile, klare Plastikfolie (Stärke ca. 0,4mm)

Umfangreiches Bastelwerkzeug

Weinert:

1x 9300 Draht 0,3mm

1x 8290 Druckluftschläuche Front

1x 8630 Schraubenkupplung (Bausatz)

1x 2623 RAL 5020 ozeanblau

1x 2605 RAL 1014 elfenbein

1x 2644 RAL 8019 graubraun

1x 2636 RAL 7022 umbragrau

1x 2697 Klarlack Seidenmatt

1x 2600 Verdünnung

 

 

 

 

 

 

 

©2009 A.Kühlinger

 

 

 

Roco® ist ein eingetragenes Warenzeichen der Modelleisenbahn GmbH. Dieser Umbaubericht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und es wird keine Haftung für evtl. durch den Nachbau nach diesem Bericht entstandene Schäden übernommen. Dieser Bericht und alle darin enthaltenen Fotos dürfen nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden. Auch eine Weiterveröffentlichung auf privaten Internetseiten ist ohne meine ausdrückliche Zustimmung untersagt.